Berufsmatura

Die Berufsmatura ist das schweizerische und liechtensteinische Pendant zum Fachabitur bzw. zur Fachhochschulreife. In Österreich wird die Berufsmatura laut Gesetz als Berufsreifeprüfung (BRP) bezeichnet und ermöglicht dort im Gegensatz zu der Schweiz und Liechtenstein auch den prüfungsfreien Zutritt zu den Universitäten.

Berufsmatura in der Schweiz / Liechtenstein

An der Berufsmaturitätsschule in der Schweiz (BMS) erhalten die Schüler entweder nach drei bis vier Jahren parallel zu einer Berufsausbildung oder ein Jahr im Vollzeitunterricht nach einer Ausbildung oder in zwei Jahren nebenberuflich in Teilzeitunterricht die Berufsmatura (als Zweiten Bildungsweg). Die Berufsmaturitätsschule bietet verschiedene Fachrichtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an (technisch, kaufmännisch, gewerblich, u.a.). 6 Grundlagenfächer sind in allen Klassen aber gemeinsam.

Es gibt verschiedene Aufnahmekriterien in die Berufsmaturitätsschule: Entweder man besteht eine Aufnahmeprüfung oder man verfügt im letzten Schuljahr über einen bestimmten Notendurchschnitt oder man kann eine Empfehlung einer Lehrkraft vorweisen.

Von der Berufsmatura zur Matura

Nach Erwerb des Berufsmaturitätszeugnisses ist es mit der Passerelle möglich, in einem zusätzlichen Schuljahr mit der Matura (Hochschulreife) abzuschließen und damit die Studienberechtigung für ein universitäres Hochschulstudium in der Schweiz zu erwerben (im Ausland ist die Passerelle zum Teil nicht anerkannt!). Ebenso kann man aber auch nach der Berufmatura die gymnasiale Matura nachholen. Das dauert ca. 4-5 Semestern, also etwa zwei bis zweieinhalb Jahre. Im Gegensatz zur Passerelle ist die Matura auch im Ausland anerkannt und berechtigt auch dort zur Aufnahme eines Studiums an einer Universität.

Berufsmatura in Österreich

Neben der AHS- und BHS-Reifeprüfung ist die Berufsmatura in Österreich die dritte Möglichkeit, eine Matura (österreichisches Äquivalent zum deutschen Abitur) zu absolvieren. Die Berufsreifeprüfung ist ein Angebot des Zweiten Bildungswegs in Österreich und dauert je nach Vorbildung ein bis zwei Jahre. Sie berechtigt in Österreich zum Besuch von:

  • Kollegs
  • Akademien
  • Hochschulen
  • Fachhochschulen
  • Universitäten
  • und der Einstufung in den gehobenen Dienst beim Bund

Voraussetzung für die Berufsreifeprüfung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein Mindestalter (bei der letzten Prüfung 19 Jahre; die anderen Teilprüfungen können schon ab 17 Jahre abgelegt werden). Bei einem aufrechten Ausbildungsverhältnis kann eine Teilprüfung schon vor Abschluss der Berufsausbildung abgelegt werden, sofern man 17 Jahre alt ist. Die Berufsmatura wird in Österreich in vier Fächern abgelegt: in der Muttersprache, einer Fremdsprache, in Mathematik und einem berufsbildenden Fach. Verschiedene Einrichtungen der Erwachsenenbildung und auch Berufsschulen bieten Vorbereitungslehrgänge an.

Berufsreifeprüfung in Deutschland anerkannt? Die deutschen Kultusminister haben beschlossen, die österreichische Berufsreifeprüfung nicht als Universitätszugang anzuerkennen. Falls man in Deutschland mit der Berufsreifeprüfung studieren möchte, muss man vorher mindestens ein Jahr an einer österreichischen Universität eingeschrieben gewesen sein. Derzeit wird diese deutsche Verordnung vom österreichischem Bildungsministerium auf EU-Konformheit überprüft. In anderen Ländern kann man mit der Berufsmatura an die Hochschule.

Berufsmatura Österreich auf bic.at und erwachsenenbildung.at