Fachhochschulreife an der Privatschule

Schulen in freier Trägerschaft, sie werden auch Privatschulen genannt, unterteilen sich in Ersatzschulen, die auf dieselben Abschlüsse hinführen wie die entsprechenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft und an denen man der Schulpflicht genügen kann, und Ergänzungsschulen, die das vorhandene Bildungsangebot im öffentlichen Schulwesen ergänzen. Privatschulen, die keine staatlich anerkannten Ersatzschulen sind, bereiten ihre Schüler in der Regel auf staatliche Externenprüfungen vor, wenn sie auf den Erwerb bestimmter Schulabschlüsse – wie der Fachhochschulreife (Fachabitur) - ausgerichtet sind.

Nach Artikel 7 Absatz 4 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland bedürfen nur Ersatzschulen einer staatlichen Genehmigung, Ergänzungsschulen sind lediglich anzeigepflichtig.

Freie Unterrichtseinrichtungen sind keine Schulen, sondern Bildungseinrichtungen, die nicht den gesetzlich fixierten Schulbegriff erfüllen. Ihre Einrichtung ist in Deutschland durch Landesgesetze geregelt. Dazu zählen zum Beispiel Sprachschulen, Nachhilfe-Institute und Fernschulen - sie gehören nur im weiteren Sinne zum Privatschulbereich.

Träger einer privaten Schule können sowohl Privatpersonen als auch juristische Personen des privaten oder des öffentlichen Rechts (z.B. Stiftungen, Vereine, Kirchen, Unternehmen) sein.

Privatschulen gibt es im allgemeinbildenden Bereich (z.B. Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, usw.) und im Bereich der beruflichen / berufsbildenden Schulen (z.B. Berufsfachschulen, Fachoberschulen, berufliche Gymnasien, usw.).

Zahlen zum privaten Schulwesen in Deutschland

Laut Statistischem Bundesamt gab es zum Schuljahr 2013/14 5.692 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland, das sind 76,1% mehr als noch im Schuljahr 1992/93. Dabei ist ein anhaltender Zuwachs privater Schulen im gesamten Zeitraum zu beobachten. Bezogen auf die Gesamtzahl der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (42.643) waren 13,3 % der Schulen in privater Trägerschaft. Der Anteil der Privatschulen bei den berufsbildenden Schulen war dabei besonders hoch (24,5 %, allgemeinbildend nur 10,4 %).

Jeder 11. Schüler besuchte im Jahr 2013 eine Privatschule (rund 969.000), wobei es je nach Bundesland noch starke Unterschiede gab und gibt (bspw. in Schleswig-Holstein 4,2 % Privatschüler-Anteil, in Sachsen hingegen 13,8 %!).

Abgänger an Privatschulen mit Fachhochschulreife

Interessant sind auch die Zahlen der Abgänger aus privaten beruflichen Schulen mit der Fachhochschulreife. Hier wurden im Jahr 2013 15.588 Zeugnisse der Fachhochschulreife erteilt, was einem Anteil von 15 % an allen FHR-Zeugnissen an beruflichen Schulen (öffentliche und private Schulen) entspricht. Die meisten an Berufsfachschulen (5.225), gefolgt von Fachschulen (4.842) und Fachoberschulen (4.385).

Dazu kommen noch 366 FHR-Zeugnisse von Abgängern privater allgemein bildender Schulen (Anteil an allen FHR-Zeugnissen allgemein bildender Schulen 34,3 %). Nicht in diesen Zahlen enthalten sind jedoch Zeugnisse des schulischen Teils der Fachhochschulreife, da das Statische Bundesamt diese seit 2013 leider unter dem Punkt "Mittlerer Abschluss (Realschulabschluss)" ausweist und somit eine Einbeziehung / Differenzierung nicht mehr ermöglicht.

Staatlich anerkannte Ersatzschulen

Wer die Zahlen von eben betrachtet sieht, dass für den Erwerb der Fachhochschulreife aktuell vor allem private Berufsfachschulen, Fachschulen und Fachoberschulen verantwortlich sind, denn dort gibt es die meisten Abgänger mit dem Fachabitur. Entsprechende Schulen sind im gesamten Bundesgebiet aber unterschiedlich stark verbreitet. Da es sich um staatlich anerkannte Ersatzschulen handelt, sind die Aufnahmevoraussetzungen mit denen ihrer öffentlichen Pendants identisch und die Fachhochschulreifeprüfung wird am Ende im ganz normalen regulären Schulbetrieb abgenommen. Eine Ersatzschule kann jedoch eigene Lehr- und Erziehungsmethoden entwickeln, die von denen an öffentlichen Schulen abweichen.

> An dieser Stelle werden zukünftig private berufliche Schulen mit dem Abschlussziel der Fachhochschulreife vorgestellt. Wenn Sie Ihre Bildungseinrichtung gern auf fachabitur-nachholen.de darstellen möchten, melden Sie sich einfach hier.

Privatschulen, die keine staatlich anerkannte Ersatzschulen sind

Im Gegensatz zu staatlich anerkannten Ersatzschulen können andere Privatschulen (genehmigte, aber nicht staatlich anerkannte, Ersatzschulen sowie Ergänzungsschulen) und freie Unterrichtseinrichtungen die Fachhochschulreifeprüfung nicht im regulären Schulbetrieb abnehmen. Sie müssen ihre Schülerinnen und Schüler auf die staatliche Externenprüfung vorbereiten, wenn sie den Erwerb eines Schulabschlusses ermöglichen möchten.

Für die Zulassung zur Nichtschülerprüfung gelten entsprechend die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes (und der Schulart, an der die Prüfung abgenommen wird). In der Regel sind für den Erwerb der vollen Fachhochschulreife dabei ein mittlerer Schulabschluss und eine ausreichende berufliche Vorbildung (zum Beispiel in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder mehrjähriger Berufserfahrung) nachzuweisen.

> An dieser Stelle werden wir private Bildungseinrichtungen vorstellen, die gezielt auf die staatliche Nichtschülerprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife vorbereiten. Wenn Sie eine solche Einrichtung betreiben und diese auf fachabitur-nachholen.de erwähnt haben möchten, melden Sie sich einfach hier.

Finanzierung und Schulgeld

Je nachdem, wer Träger einer Schule ist und wie hoch die öffentlichen Zuschüsse ausfallen, kann das Schulgeld erheblich variieren. Eine allgemeingültige Aussage dazu ist nicht möglich, da es auch einkommensabhängige Kostenmodelle gibt.

Weiterführende Links: www.privatschulberatung.de, www.privatschulen.de