Fachabitur an der Fachakademie

In Bayern erfolgt die Fachschulausbildung teilweise auch an Fachakademien. Die Fachakademie umfasst bei Vollzeitunterricht mindestens zwei Schuljahre und bereitet durch eine vertiefte berufliche sowie allgemeine Bildung auf den Eintritt in eine angehobene Berufslaufbahn vor. Aufnahmebedingung sind ein Mittlerer Schulabschluss und in der Regel eine berufliche Vorbildung.

Es existieren folgende Ausbildungsrichtungen an der Fachakademie in Bayern:

  • Augenoptik
  • Brauwesen und Getränketechnik*
  • Darstellende Kunst
  • Fremdsprachenberufe*
  • Hauswirtschaft*
  • Heilpädagogik*
  • Holzgestaltung
  • Landwirtschaft*
  • Medizintechnik*
  • Musik
  • Raum- und Objektdesign*
  • Restauratorenausbildung*
  • Sozialpädagogik*
  • Wirtschaft*

*Ausbildungsrichtungen an Fachakademien, deren Besuch zur Teilnahme an der Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife berechtigt.

Auch in anderen Bundesländern gibt es (private) Aus-, Fort- oder Weiterbildungseinrichtungen, die sich teilweise als Fachakademie bezeichnen.

Abschlüsse der Fachakademie in Bayern

Die Fachakademie in Bayern schließt mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab, die eine staatlich festgelegte Berufsbezeichnung verleiht.

Ergänzungsprüfung zur Fachhochschulreife

Absolventen und Studierende im letzten Studienjahr an einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Fachakademie bestimmter Ausbildungsrichtungen (siehe oben) in Bayern können durch eine bestandene Ergänzungsprüfung eine in allen Ländern in der Bundesrepublik Deutschland geltende uneingeschränkte Fachhochschulreife erwerben. Zur Prüfung zugelassen werden können auch Berufspraktikanten der Fachakademien für Hauswirtschaft und Sozialpädagogik und die zur staatlichen Abschlussprüfung zugelassenen anderen Bewerber (auch nur in den bestimmten Ausbildungsrichtungen).
Andere Bewerber können zur Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung eingerichtete Lehrgänge an öffentlichen Fachschulen in Bayern besuchen. Diese umfassen 120 Stunden Deutsch, 120 Stunden Englisch, 240 Stunden Mathematik und 80 Stunden Sozialkunde. Um als anderer Bewerber eine deutschlandweit geltende Fachhochschulreife zu erlangen, ist der Besuch eines solchen Vorbereitungslehrgangs obligatorisch, da ansonsten das Fachabitur nur in Bayern Gültigkeit besitzt (siehe ErgPOFHR § 19 und § 20)!

Ebenfalls möglich ist der Erwerb der fachgebundenen Fachhochschulreife durch eine Ergänzungsprüfung. Sie berechtigt jedoch nur zum Studium in Studiengängen an bayerischen Fachhochschulen, die in Bezug auf die berufliche Fortbildungsprüfung einschlägig sind.

Mit einer Zusatzprüfung können Bewerber mit fachgebundener Fachhochschulreife diese zur uneingeschränkten Fachhochschulreife (Fachabitur) erweitern.

Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife

Bei einer sehr guten Prüfungsgesamtnote sowohl im Abschlusszeugnis der öffentlichen oder staatlich anerkannten Fachakademie als auch im Fachhochschulreifezeugnis ist sogar der Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife nach Maßgabe der Qualifikationsverordnung für Bayern (§ 1 Abs. 3 und § 4 Nr. 2 QualV) möglich. Eine aktuelle Zuordnungsliste der Studiengängen an bayrischen Universitäten oder Kunsthochschulen, die für die jeweilige Ausbildungsrichtung der Fachakademie einschlägig sind, findet sich hier.

Näheres zum Erwerb studienbefähigender Abschlüsse an der Fachakademie in Bayern ist der "Prüfungsordnung für die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife (ErgPOFHR) vom 25. Mai 2001" zu entnehmen.