Fachhochschulreife an der Berufsfachschule

Berufsfachschulen sind berufliche bzw. berufsbildende Schulen in Teil- oder Vollzeitform (Regelform), die Schülern und Schülerinnen Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit vermitteln und vertiefen, ihnen berufliche Grundqualifikationen für einen oder mehrere anerkannte Ausbildungsberufe vermitteln oder sie zu einem Berufsausbildungsabschluss in einem Beruf führen. Auch der Erwerb der Fachhochschulreife ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Bildungsgänge an Berufsfachschulen sind je nach beruflicher Fachrichtung und Zielsetzung von unterschiedlicher Dauer (ein bis drei Jahre). Einige zwei- und dreijährige Berufsfachschulen werden auch als Höhere Berufsfachschulen bezeichnet. Zugangsvoraussetzung für Bildungsgänge die zur Fachhochschulreife führen ist der mittlere Bildungs-/Schulabschluss.

Erwerb der Fachhochschulreife an der Berufsfachschule

An der Berufsfachschule kann in mehrjährigen Bildungsgängen sowohl der schulische Teil der Fachhochschulreife als auch unmittelbar die volle Fachhochschulreife erworben werden. Abhängig ist dies von der Frage, ob ein ausreichender Nachweis des erforderlichen berufsbezogenen Teils der Fachhochschulreife erfolgt(e) und ob auch die zeitlichen sowie inhaltlichen Rahmenvorgaben in Bezug auf den Unterricht als auch die Prüfung für die Fachhochschulreife erfüllt wurden.

Bildungsgänge der Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung vermitteln

Wird in der Berufsfachschule "nur" eine breit angelegte berufliche Grundbildung, die der Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung dient und auf eine Ausbildung angerechnet werden kann, vermittelt und gibt es keine für das Fachabitur ausreichende berufliche Fachpraxis, z.B. in Form eines Betriebspraktikums, so erlangt der Schüler nach zwei Jahren höchstens den schulischen Teil der Fachhochschulreife.

Als Nachweis des berufsbezogenen Teils - und damit für die volle Fachhochschulreife - muss insgesamt ein halbjähriges Praktikum (24 Wochen / 800 Stunden) oder eine zweijährige Berufsausbildung absolviert werden. Wird während der Berufsfachschule jedoch bereits ein Praktikum absolviert oder angerechnet, jedoch nicht in einem für die Fachhochschulreife ausreichendem Umfang, so ist später in der Regel nur noch der fehlende "Rest" an Praktikumszeit zu absolvieren.

Bildungsgänge der Berufsfachschulen mit Berufs(ausbildungs)abschluss

Bei Abschluss eines zweijährigen berufsqualifizierenden schulischen Bildungsgangs an der Berufsfachschule kann die volle Fachhochschulreife gemäß "Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 05.06.1998 i.d.F. vom 09.03.2001) in Verbindung mit einem einschlägigen halbjährigen Praktikum (kann auch in der Zeit des zweijährigen Bildungsgangs absolviert werden!) bzw. einer mindestens zweijährigen Berufstätigkeit erworben werden. Bei einem mehr als zweijährigen berufsqualifizierenden schulischen Bildungsgang (zum Beispiel dreijährigen Assistenten) an der "BFS" kann es das Fachabitur sogar direkt ohne "weiteren Umweg" geben.