Der schulische Teil der Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife – der Begriff Fachabitur wird auf fachabitur-nachholen.de synonym verwendet - setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem schulischen Teil und dem berufsbezogenen, fachpraktischen Teil. Erst beide zusammen ergeben die vollständige oder volle Fachhochschulreife, die zu einem Hochschulstudium in der Bundesrepublik Deutschland, mancherorts auch an Universitäten, berechtigt.

Der schulische Teil der Fachhochschulreife wird immer durch fachtheoretischen Unterricht an der Schule erworben. Das gilt für alle Schularten, die den Abschluss der Fachhochschulreife ermöglichen.

Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife

Besonderes Interesse liegt bei solchen Bildungsgängen, die eigentlich zur allgemeinen Hochschulreife führen sollen, aber bei einem vorzeitigen Schulabgang oder bei Nichtbestehen der Abiturprüfung die Möglichkeit des Erwerbs des schulischen Teils der Fachhochschulreife als eine Art "Fallback"-Lösung vorsehen.

So ist es in der gymnasialen Oberstufe verschiedener Schularten (allgemein bildendes Gymnasium, Schularten mit drei Bildungsgängen wie die Gesamtschule, Berufliches Gymnasium), am Abendgymnasium sowie am Kolleg in allen Bundesländern bis auf Bayern und Sachsen mittlerweile möglich, frühestens nach dem Besuch von zwei Schulhalbjahren der Qualifikationsphase den Antrag auf Feststellung des Erwerbs der Fachhochschulreife (schulischer Teil) zu stellen. Dieser Antrag kann auch später gestellt werden - dann werden nur Fächer einbezogen, die ausschließlich in zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren besucht wurden -, jedoch nur, wenn die Schule ohne der allgemeinen Hochschulreife verlassen wird. Wird die gymnasiale Nichtschülerabiturprüfung oder die besondere Abiturprüfung an Waldorfschulen nicht bestanden, so kann in den genannten Ländern unter bestimmten Bedingungen ebenso der schulische Teil der Fachhochschulreife erlangt werden.

Voraussetzungen für den schulischen Teil der Fachhochschulreife

Auch der schulische Teil der Fachhochschulreife wird nicht einfach "verschenkt", vielmehr sind für die Zuerkennung bestimmte Leistungen in zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren der Qualifikationsphase nachzuweisen. Die folgenden Ausführungen fassen die Mindestanforderungen aus Ziffer 12 der "Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.07.1972 i.d.F. vom 06.06.2013) zusammen – für Abendgymnasium, die gymnasiale Nichtschülerabiturprüfung und die Abiturprüfung an Waldorfschulen gelten (teilweise) abweichende Voraussetzungen:

  • In zwei Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau müssen insgesamt mindestens 20 Punkte in einfacher Wertung und
  • in mindestens 60% der insgesamt anzurechnenden Schulhalbjahresergebnisse mindestens je 5 Punkte, darunter mindestens zwei Schulhalbjahresergebnisse aus Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau, erreicht werden.
  • Es müssen je zwei Schulhalbjahre in Deutsch, einer Fremdsprache, Mathematik, in einer Naturwissenschaft und einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach angerechnet werden. Bei den zwei Schulhalbjahren in der Fremdsprache muss es sich um eine solche handeln, die entweder fortgeführt oder in der Einführungsphase neu begonnen wurde. Aus weiteren Fächern können höchstens je zwei Schulhalbjahre angerechnet werden.
  • Mit 0 Punkten abgeschlossene Schulhalbjahre werden nicht angerechnet.
  • Themengleiche oder -ähnliche Fächer werden nur einmal angerechnet.
  • Leistungen aus der Einführungsphase werden nicht angerechnet.

Es müssen insgesamt mindestens 15 Schulhalbjahresergebnisse angerechnet werden.

Die erreichte Punktzahl wird nach der in Anlage 3 der KMK-Oberstufenvereinbarung dargestellten Berechnungsvorschrift ermittelt. Dabei werden die vier Schulhalbjahresergebnisse aus zwei Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau zweifach, die übrigen Schulhalbjahresergebnisse einfach gewertet. Die Länder können alle Schulhalbjahresergebnisse gleich gewichten.

Insgesamt sind höchstens 285 Punkte erreichbar. Es müssen insgesamt mindestens 95 Punkte erreicht werden. Die Ermittlung/Berechnung einer Durchschnittsnote für die Fachhochschulreife (schulischer Teil) erfolgt gemäß folgender Umrechnungstabelle:

Punkte Durchschnittsnote
285 - 261 1,0
260 - 255 1,1
254 - 249 1,2
248 - 244 1,3
243 - 238 1,4
237 - 232 1,5
231 - 227 1,6
226 - 221 1,7
220 - 215 1,8
214 - 210 1,9
209 - 204 2,0
203 – 198 2,1
197 - 192 2,2
191 - 187 2,3
186 - 181 2,4
180 - 175 2,5
174 - 170 2,6
169 - 164 2,7
163 - 158 2,8
157 - 153 2,9
152 - 147 3,0
146 - 141 3,1
140 - 135 3,2
134 - 130 3,3
129 - 124 3,4
123 - 118 3,5
117 - 113 3,6
112 - 107 3,7
106 - 101 3,8
100 - 96 3,9
95 4,0

Demzugrunde liegt folgende Berechnungsformel:
Durchschnittsnote (N) = 17/3 – (Punktzahl des Gesamtergebnisses (E) / 57)

Anerkennung der Fachhochschulreife (schulischer Teil)

Die Zeugnisse der Fachhochschulreife werden – außer in den Ländern Bayern und Sachsen – gegenseitig anerkannt. Damit ist ein Studium mit einer auf diesem Weg erlangten Fachhochschulreife in den beiden genannten Bundesländern nicht möglich! Die gegenseitige Anerkennung und die Einschränkung bezüglich Bayern und Sachsen gilt auch für den schulischen Teil der Fachhochschulreife!