Fachabitur nach (Berufs-)Ausbildung

Die Fachhochschulreife bzw. das Fachabitur lässt sich nach einer abgeschlossenen (Berufs-)Ausbildung in allen deutschen Bundesländern nachholen. Relativ schnell geht das vor allem dann, wenn zusätzlich der mittlere Schulabschluss vorhanden ist, der auch selbst durch die Berufsausbildung erlangt werden kann.

Nichtschülerprüfung nach Ausbildung

Einige Fernschulen bereiten in Fernlehrgängen, auch Fernkurse genannt, auf die staatliche Nichtschülerprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife vor, für deren Zulassung eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Regel Voraussetzung ist.

Die Dauer bis zur Prüfung und dem Fachabitur ist dabei abhängig vom bisherigen Schulabschluss und dem damit verbundenen, gewählten Einstieg in den Fernschulkurs sowie wie viel wöchentlicher Zeitaufwand von sich aus selbst in das Vorhaben gesteckt wird. Als Regeldauer werden von den Fernlehrinstituten bei einem wöchentlichen Aufwand von ca. 15 Stunden 2 bis 3 Jahre angegeben.

Neben den Fernschulen bereiten aber auch die Virtuelle Berufsoberschule Bayern (VIBOS), Privatschulen, Volkshochschulen und andere freie Unterrichtseinrichtungen auf die Nichtschülerprüfung vor.

Fachoberschulbesuch nach abgeschlossener Berufsausbildung

In einem Jahr in Vollzeit ist der Erwerb des Fachabiturs nach Ausbildung beispielsweise für Inhaber eines mittleren Schulabschlusses an der Fachoberschule möglich, da Bewerber, die eine einschlägige Berufsausbildung abgeschlossen haben, direkt in die zweite Klassenstufe der Fachoberschule (12) aufgenommen werden können.

In Bayern und Rheinland-Pfalz ist die Aufnahme nur in die erste Klassenstufe (11) der Fachoberschule möglich, jedoch kann hier alternativ die Berufsoberschule besucht und nach einem Jahr an der Fachhochschulreifeprüfung teilgenommen werden. Baden-Württemberg besitzt keine Fachoberschule, hier bietet sich in dem Fall das Einjährige Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife (BKFH) als Alternative an. Die Bildungsgänge an den genannten Schulen können auch in Teilzeitform eingerichtet werden, dauern dann aber entsprechend länger.

Fachabitur an der Berufsoberschule nach einer Ausbildung

Die Berufsoberschule führt in den Bundesländern, in denen es sie gibt, in einem zweijährigen Vollzeitbildungsgang zur fachgebundenen oder, bei Nachweis ausreichender Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache, auch zur allgemeinen Hochschulreife. Jedoch kann nur in einigen Ländern an der Fachhochschulreifeprüfung teilgenommen werden.

Aufnahmevoraussetzung ist neben dem mittleren Bildungsabschluss eine ausreichende berufliche Qualifikation. Dieses Kriterium kann durch eine mindestens zweijährig erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung (nach Bundesrecht, Landesrecht, Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung oder Seemannsgesetz) erfüllt werden.

Fachabitur nach Ausbildung am Telekolleg

Ohne einen permanenten Schulbesuch, aber nicht völlig frei ohne verpflichtende Präsenzphasen, bietet das Telekolleg die Möglichkeit, innerhalb von ca. zwei Jahren zum Beispiel berufsbegleitend das Fachabitur nach einer Ausbildung zu erwerben. Weitere Aufnahmevoraussetzung ist auch hier der mittlere Schulabschluss.

Fachabitur nach Ausbildung und schulischem Teil der Fachhochschulreife

Inhaber des schulischen Teils der Fachhochschulreife, der zum Beispiel am Abendgymnasium, Kolleg, allgemeinbildenden oder beruflichen Gymnasium oder durch eine nicht bestandene gymnasiale Nichtschülerabiturprüfung erworben werden kann, besitzen nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung die volle Fachhochschulreife, da die Ausbildung als Nachweis für den sogenannten berufsbezogenen Teil anerkannt wird.

Fachhochschulreife während einer (Berufs-)Ausbildung

Weiterhin ist es auch möglich, das Fachabitur während einer Berufsausbildung zu erwerben und damit unter Umständen Zeit zu "sparen", als wenn man es erst nach der Ausbildung macht. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel an der Berufsschule oder Berufsfachschule oder auch in Teilzeitbildungsgängen der Fachoberschule oder am Telekolleg.