Fachabitur oder Abitur machen?

Viele Jugendliche, aber auch Erwachsene, fragen sich, ob sie lieber anstelle des Abiturs die Fachhochschulreife, umgangssprachlich auch Fachabitur, machen sollten. Zwischen den beiden Schulabschlüssen gibt es natürlich einige Unterschiede, die Vor- und Nachteile mit sich bringen. Am Ende einer Überlegung muss sich aber jeder selbst entscheiden, was er für den richtigen Weg hält und welche Laufbahn er nun im Endeffekt einschlägt.

Das Abitur: Höchster deutscher Schulabschluss

Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland. Ihn gibt es als allgemeine (Vollabitur) oder fachgebundene Hochschulreife, das kommt darauf an, ob man eine zweite Fremdsprache belegt hat oder nicht. Mit dem Abitur kann man anschließend studieren und zwar an allen Hochschulen in Deutschland, also egal ob Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie. Eine Ausnahme gibt es aber trotzdem. Mit der fachgebundenen Hochschulreife darf man nur in bestimmten Studiengängen studieren. Da man mit dem Abitur so viel machen kann, dauert es auch länger bis zum gewünschten Abschluss. In der Regel braucht man fürs Abi 12 oder 13 Schuljahre, davon zwei bzw. drei in der sogenannten gymnasialen Oberstufe bzw. Sekundarstufe II, die nur für das Abitur zählt. Das Abitur schließt mit der Abitur- bzw. Reifeprüfung ab. 2007 erhielten 432.500 Schülerinnen und Schüler nach intensiver Prüfungsvorbereitung in Deutschland die Hochschul- oder Fachhochschulreife (4,2 Prozent plus gegenüber 2006). 302.200 Schüler bekamen die allgemeine Hochschulreife (= 69,9 Prozent), und zwar meist (258.900) an allgemeinbildenden Schulen.

Fachhochschulreife: Zwei Teile vereint

Die Fachhochschulreife, beziehungsweise das Fachabitur, kann man als zweithöchsten Schulabschluss in Deutschland bezeichnen. Sie besteht aus einem schulischen und einem berufsbezogenem Teil. Den schulischen Teil des Fachabiturs erwirbt man in der Regel nach der 12. Klasse einer höheren Schule, wie dem Gymnasium, der Gesamtschule, Fachoberschule, Berufsoberschule, usw. An Fachschulen kann man diesen Teil ebenso erlangen, wenn man Fächer auf Oberstufenniveau belegt und eine Berufsausbildung hat. Der berufsbezogene Teil der Fachhochschulreife besteht entweder aus einem halb- bzw. einjährigen (je nach Bundesland) Berufspraktikum, einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder aus einem Praktikum in der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule. Mit dem Fachabitur darf man nur an Fachhochschulen studieren, die im Vergleich zu Universitäten "verschulter" sein sollen. In einigen Bundesländern darf man mit der Fachhochschulreife aber auch in vielen Studienrichtungen der Universitäten studieren. Neben der eigentlichen allgemeinen Fachhochschulreife gibt es in einigen Ländern auch die fachgebundene Fachhochschulreife. Für die fachgebundene Fachhochschulreife gilt übertragen das gleiche wie für die fachgebundene Hochschulreife: Das Studieren ist nur in einer bestimmten Fachrichtung an Fachhochschulen möglich.

Einschränkungen der FH-Reife und Vorteile

Bestimmte Studiengänge lassen sich nur an Universitäten studieren, sodass man nur mit der Hochschulreife Arzt, Jurist oder Lehrer werden kann. Außerdem arbeitet man an der Uni eher theoretisch und wissenschaftlich, denn Auftrag der Uni ist Lehren und Forschen. Dem gegenüber steht die Fachhochschule mit ihrer praxisorientierten und berufsbezogenen Ausbildung.